Was ist Stalking?

Wörtlich übersetzt bedeutet Stalking „auf die Pirsch gehen“. Damit sind immer wiederkehrende maßlose Belästigungen und Bedrohungen gemeint, die das Leben der Betroffenen stark belasten und beeinflussen und von diesen weder gewünscht noch kurzfristig zu stoppen sind. Die Tatbestände reichen von Psychoterror, Verfolgung und Auflauern über Sachbeschädigung bis hin zu Körperverletzung – im Extremfall sogar zu Mord.

Laut Ergebnissen verschiedener Studien sind ca. 12% der Bevölkerung einmal in ihrem Leben von Stalking betroffen. Die Mehrzahl der Opfer ist weiblich, die Täter zu ca. 85% männlich. Die Handlungen können über Monate und sogar Jahre hinweg andauern, so dass der Alltag der Betroffenen massiven Veränderungen unterliegt. Ca. 18% der Betroffenen wechseln sogar ihren Wohnort und 5% den Arbeitsplatz. Die Opfer leiden häufig unter Angstzuständen, Depressionen, Schlafstörungen und Stress.

Wer stalkt?

Stalker sind nicht zu verwechseln mit Menschen, die unter vorübergehendem Liebeskummer oder Zorn nach einer Trennung leiden. Vielmehr bezeichnet "Stalker" eine Person, deren Verfolgung und Belästigung stetig zunimmt und deren Kontaktstreben in den meisten Fällen dem Ziel dient, zum Opfer (wieder) eine Beziehung herzustellen. Meist handelt es sich bei dem Täter um den Ex-Partner.

Weitere ausführliche Informationen zum Thema finden Sie in der Infothek des bff.

Wo finde ich Hilfe und Beratung?

Wenn Sie Beratung und Unterstützung bei Stalking suchen, wenden Sie sich an eine Frauenberatungsstelle in Ihrer Nähe.

1. Zivilrechtlicher Schutz

Nach §1 des Gewaltschutzgesetzes kann durch eine einstweilige Verfügung oder eine Unterlassungsklage eine Schutzanordnung erwirkt werden (ein sog. Annäherungsverbot).

2.  Strafrechtlicher Schutz

Nach §238 StGB erfüllen Handlungen des Stalkers, wie z.B. Körperverletzung, Sachbeschädigung, Nötigung, Bedrohung oder Hausfriedensbruch Straftatbestände, welche bei der Polizei angezeigt werden können. Die Polizei ist verpflichtet, jede Strafanzeige aufzunehmen und ein Ermittlungsverfahren einzuleiten.