Was tun bei häuslicher Gewalt gegen geflüchtete Frauen?
Ein Basis-Workshop für Fachkräfte, die neu im Gewaltschutz oder in nicht spezialisierten Einrichtungen arbeiten, sowie für ehrenamtlich Engagierte.


Was kann ich tun, wenn ich den Verdacht habe, oder mir anvertraut wurde, dass eine geflüchtete Frau häusliche Gewalt erlebt?

Gewalt erschreckt - auch Helferinnen und Helfer! Sie sehen sich unvermittelt vor die Aufgabe gestellt, dennoch angemessen handeln zu müssen. Einerseits gilt es, für Beruhigung und Sicherheit zu sorgen, andererseits verursacht die akute Bedrohung Handlungs- und Zeitdruck, was ruhiges und überlegtes Handeln erschwert. Bei Gewalt gegen geflüchtete Frauen kommt noch dazu, dass die Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt sind, Auswirkungen auf das Asylverfahren befürchtet werden, und die sprachliche Verständigung schwierig ist.

Ziele des Workshops sind, durch Information, Gruppenarbeit, Austausch und Fallbesprechung, Kompetenzen für Hilfe und Orientierung bietende erste Kontakte bei häuslicher Gewalt zu vermitteln, und in dieser Arbeit gut für sich selbst zu sorgen.

 Inhaltliche Schwerpunkte

  •  Auswirkungen der Gewalt auf den Beratungskontakt
  •  Umgang mit Druck und starken Gefühlen
  •  Dynamik, Formen und Folgen häuslicher Gewalt
  •  Trennungshürden
  •  Rechtliche Schutz- und Handlungsmöglichkeiten bei häuslicher Gewalt
  •  Besondere Problemlagen durch aufenthalts- und asylrechtliche Regelungen
  •  Maßnahmen zur räumlichen Trennung bei häuslicher Gewalt in Flüchtlingsunterkünften
  •  Informationsmaterialien und Verständigungshilfen
  •  Einschätzung der Gefährdung und Sicherheitsplanung für die aktuelle Situation
  •  Behandlung und Dokumentation der Verletzungen
  •  Einbeziehung spezialisierter Fachkräfte/Weitervermittlung
  •  Möglichkeiten der Selbstfürsorge
  •  Austausch und Fallbesprechungen zu Fragen aus der praktischen Arbeit

Referentinnen: Veronika Kendzia, Diplom-Sozialarbeiterin, Gestalttherapeutin, Fachberaterin für Psychotraumatologie, Sozialpädagogische Prozessbegleiterin (RWH), Mitgründerin und bis 2016 Mitarbeiterin der Frauenberatungsstelle Frauenzentrum Troisdorf e.V., langjährige Mitarbeit in Kooperationen gegen häusliche Gewalt (NRW und Rhein-Sieg-Kreis), freiberufliche Tätigkeit als Referentin, ehrenamtliche Tätigkeit in der Flüchtlingshilfe.

Annette Rathschlag, Diplom-Heilpädagogin (Uni), Ausbildung in klientenzentrierter Gesprächsführung (Rogers), Fachberaterin für Psychotraumatologie (Reddemann), Energetische Psychologie (AEP) (Dr. P. F. Gallo)

Termin: 22. + 23.11.2018, jeweils 10 - 17 Uhr

Ort: Beginenhof, Goethestr. 63 - 65 in Essen

Für Getränke und Obst im Seminarraum wird eine Pauschale von 10 € erhoben.

Anmeldung

gefördert durch: