Weiterbildung Systemische Traumafachberatung (Institut Trauma und Pädagogik)
Traumatisierungen als Folge zwischenmenschlicher Gewalt sind in unserer Gesellschaft sehr verbreitet, wobei Frauen und Kinder besonders häufig betroffen sind. In der Folge der Gewalterfahrungen passt sich der Organismus traumatisierter Menschen an die als lebensgefährlich erfahrene Umwelt an. Was einerseits als hoch-funktional und sinnvoll erscheint, bringt gleichzeitig einen immensen Leidensdruck für die Betroffenen und nicht selten auch ihr soziales Umfeld mit sich. So sind sie z.B. durchgehend übererregt, kämpfen mit unkontrollierbar einschießenden Erinnerungsfetzen oder spüren sich und ihren Körper nicht mehr richtig. Je nach Zeitpunkt und Dauer der Traumatisierung haben die Erfahrungen nachhaltige Auswirkungen auf ihre Emotionsregulationsfähigkeiten, ihr Selbstbild und ihre Fähigkeit, soziale Beziehungen zu gestalten. In der Verzweiflung versuchen sie nicht selten, den leidvollen Erlebensweisen mit z.B. Alkohol- und Drogenkonsum, Selbstverletzung oder anderen destruktiven Strategien etwas entgegenzusetzen.
Fachmenschen, die hier in der Beratung und Begleitung der Betroffenen ansetzen, sind von deren komplexen Erlebens- und Verhaltensweisen oftmals herausgefordert, mitunter können Ohnmachtsgefühle entstehen. Die Konzepte von Traumazentrierter Fachberatung und Traumapädagogik setzen hier an. Sie vermitteln Fachwissen aus relevanten Bezugsdisziplinen (wie der Psychotraumatologie, der Bindungstheorie oder der Tiefenpsychologie), eine darauf basierende Grundhaltung sowie ein breites Konzept- und Methodenwissen. Die Anleitung zur Selbstreflexion und Selbstsorge der Fachmenschen ist dabei wesentlicher Bestandteil.
Die Fortbildungsreihe richtet sich an Fachmenschen, welche vorwiegend in Kontexten der Frauenberatung arbeiten. Inhaltlich orientiert sich das Konzept der Reihe an Teilen des Curriculums „Traumazentrierte Fachberatung/Traumapädagogik“, welches von der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie und dem Fachverband Traumapädagogik zertifiziert und seit vielen Jahren vom Institut Trauma und Pädagogik angeboten und durchgeführt wird. Die Teilnehmenden erhalten abschließend ein Zertifikat des Institut Trauma und Pädagogik.
Die Fortbildungsreihe weckt Verständnis für die besondere Situation von traumabetroffenen Menschen und zielt vor diesem Hintergrund auf die Erweiterung der beraterischen Handlungskompetenzen der Teilnehmenden. Im Vordergrund stehen die Vermittlung von Fachwissen, die Entwicklung einer traumasensiblen Grundhaltung, die kontinuierliche Selbstreflexion sowie die Auseinandersetzung mit traumasensiblen Konzepten und Methoden (wie z.B. die Gestaltung von Beratungssettings als sichere Orte, die Anleitung unterschiedlicher Stabilisierungstechniken und die Anwendung traumasensibler Beratungsmethoden).
INHALTLICHE SCHWERPUNKTE
Modul 1: 15.-17.04.2027
Grundlagen der Psychotraumatologie (inkl. Neurobiologie) | Ressourcenarbeit
Modul 2: 18.-20.06.2027
Traumasensible Grundhaltung | Beratungssettings als sichere Orte gestalten | Stabilisierung
Modul 3: 17.-19.09.2027
Bindung | Transgenerationale Weitergabe
Modul 4: 11.-13.11.2027
Diagnostisches Verstehen | Sekundäre Traumatisierung und Selbstsorge
Modul 5: 13.-15.01.2028
Flucht | Gender | Kultur- und Diskriminierungssensibles Arbeiten
Modul 6: 16.-18.03.2028
Vertiefung: Traumasensible Beratungstechniken | Supervision | Reflexion
Termine:
Ort:
Beginenhof Essen, Goethestr. 63-65
Preis: