Präsenzfortbildung (ggfs. online)

Traumaverarbeitung durch Ess-Störungen – eine Folge von früher Gewalterfahrung

Knapp 90% aller essgestörten Menschen sind Frauen. Langjährige Erfahrung in der Arbeit mit essgestörten Frauen verdeutlicht, dass in unseren Frauenberatungsstellen vor allem betroffene Frauen Unterstützung suchen, die in ihrer Lebensgeschichte bewusste oder auch mittlerweile unbewusst gewordene Gewalterfahrung in ihrer Kindheit und Jugend machen mussten. Um mit ihren ambivalenten Gefühlen zu sich selber und ihrer Umwelt klar zu kommen, entwickeln Gewaltbetroffene z.B. eine Essstörung. Sie leiden dann unter diesem Symptom, aber in Wirklichkeit unter dem dahinterstehenden Trauma. Sie kommen zu uns, weil sie sich sowohl mit dem „Frauen-Thema“ Essstörung als auch mit ihrer Gewaltbetroffenheit bei uns gut aufgehoben fühlen.

Wir lernen, dieser Tatsache Gewicht zu geben, erweitern unser Wissen um Zusammenhänge und entwickeln anhand von speziellen Übungen unser Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl beim Aufbau einer hilfreichen und tragfähigen beraterischen Beziehung weiter - an der können betroffene Frauen lernen, eigenen Gefühlen zu vertrauen, eigene Grenzen wahrzunehmen und Ambivalenzen auszuhalten.

Wir beschäftigen uns in dieser Fortbildung an drei Thementagen intensiv mit drei unterschiedlichen Bewältigungsstrategien, um frühe Gewalterfahrungen zu kompensieren. Neben Symptomatiken wie Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen können sich ESSSTÖRUNGEN entwickeln, die als Symptom schwer zu bearbeiten sind und ein spezialisiertes Wissen / Können erfordern. Hierbei geht es auch um Fragen von Bestärkung und Resilienz bzw. deren Entwicklung. Ein tieferes Verständnis für komplexe Phänomene der Übertragung und Gegenübertragung im Beratungsprozess wird ebenso angestrebt.

Die ThemenTage:

  • Spezifische Problematik bei Versuch der Traumaverarbeitung durch Selbstaggression – Anorexie, Bulimie, Ritzen als Ausdruck von Unsicherheit und Identitätssuche
  • Spezifische Problematik bei Versuch der Traumaverarbeitung durch Perfektionsstreben - Selbstoptimierungswünsche als Folge früher Verunsicherung durch traumatische Erlebnisse
  • Spezifische Problematik bei Versuch der Traumaverarbeitung durch Ambivalenzentwicklung - Umgang mit Abwertung und Idealisierung in der Rolle als Beraterin

Referentin: 
Janne Gronen
Dipl. Pädagogin, Psychotherapie (HPG), Fachtherapeutin für Ess-Störungen, Bildanalalytische Psychologie und Bioenergetik

Veranstaltungstermin und -ort:
Donnerstag, 19. Mai 2022, 10-17 Uhr
Donnerstag, 25. August 2022, 10-17 Uhr
Donnerstag, 20. Oktober 2022, 10-17 Uhr
Beratungsstelle für Frauen. FhF e.V. Neuss, Markt 1-7, 41460 Neuss


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