Ihre rechtlichen Möglichkeiten bei häuslicher Gewalt


Schutz vor Gewalt durch zivilrechtliche Schutzanordnung
Sind Sie von Gewalt bedroht oder betroffen, können Sie oder Ihre Anwältin bei Gericht einen Antrag stellen, in dem Schutzanordnungen geregelt werden. Diese können vorsehen, dass dem Täter jegliche Form des Kontaktes, der Belästigung, der Annäherung zu Ihnen untersagt wird. Diese Anordnungen sind zunächst befristet, die Fristen können verlängert werden. Verstößt der Täter gegen diese Schutzanordnung, wenden Sie sich sofort an die Polizei. Der Verstoß ist eine Straftat.

Schutz vor Gewalt durch Zuweisung der gemeinsamen Wohnung
Sie oder Ihre Anwältin können bei Gericht einen Antrag auf „Wohnungszuweisung“ stellen, der darauf abzielt, dass Ihnen – als Opfer von Gewalt – die gemeinsame Wohnung zugesprochen wird. Der Täter muss gehen!

Wir helfen Ihnen gerne weiter. Bitte wenden Sie sich an eine Frauenberatungsstelle in Ihrer Nähe.

Schutz vor häuslicher Gewalt:
Unterstützung durch das Gewaltschutzgesetz

Gewalt ist nicht länger privat!
Nach § 34a des Polizeigesetzes NRW kann die Polizei im Fall von häuslicher Gewalt, d.h. nach Gewaltandrohung oder -ausübung, Ihren gewalttätigen Partner (= (Ex-)Lebenspartner, (Ex-)Ehemann, jede erwachsene Person in der Wohngemeinschaft/Familie) sofort aus der Wohnung weisen und ihm ein Rückkehrverbot bis zu zehn Tagen erteilen. Somit haben Sie die Möglichkeit, in Ruhe zu überlegen, ob Sie zivilrechtliche Schutzmaßnahmen in Anspruch nehmen wollen. Die Frauenberatungsstellen bieten kurzfristige, unbürokratische Hilfe bei der Entscheidung.